David Cronenberg


Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Köpfe explodieren, Videokassetten werden in menschliche Bauchfalten geschoben, ein Mann mutiert schmerzvoll zu einer Fliege, wurmartige Parasiten dringen in Körperöffnungen ein. Bilder wie diese beherrschen die grotesken, alptraumartigen Horrorszenarien, die der kanadische Regisseur David Cronenberg, geboren 1943 in Toronto, in seinen Filmen ausmalt. Cronenberg verbindet die Schreckens- und Ekelszenen mit einer Gesellschaftskritik, die Institutionen für die Unterdrückung der Menschen verantwortlich macht, die ansonsten planmäßig für die Selbstzerstörung ihrer Körper sorgen.

Das verstörende Universum des David Cronenberg ist ein radikaleres Pendant zu dem von David Lynch, gespeist vom Kino des Fantastischen, von Bunuel, von Wissenschaftskritik und Medientheorie gleichermaßen. Dabei inszeniert Cronenberg bewusst distanziert und lässt Gedanken an Pornographie, wie sie ein Teil der öffentlichen Kritik sah, nicht aufkommen. Cronenberg studierte in Toronto Naturwissenschaften und Literatur und begann mit experimentellen Filmen, bevor er in den 70er-Jahren mit „Parasiten-Mörder„, „Rabid – Der brüllende Tod„, „Die Brut“ und „Scanners – Ihre Gedanken können töten“ das Genre revolutionierte. Die „Scanners“ sind Gruppen von Telepathen, denen es um die Herrschaft über die Gesellschaft geht, in „Videodrome“ werden die Zuschauer durch elektronische Signale kontrolliert. Die Filme brachten Cronenberg nach Hollywood, wo „Dead Zone“ (ein Attentats-Thriller), „Die Fliege“, ein Remake des Horrorklassikers von 1958, und „Die Unzertrennlichen“ entstanden, letzteres ein Drama um ein Gynäkologen-Zwillingspaar (Jeremy Irons in der Doppelrolle), dessen psychosexuelle Entwicklung auseinanderdriftet und zum Tod der Brüder führt.

Wieder in Kanada, drehte Cronenberg nach einer als unverfilmbar geltenden Vorlage von William S. Burroughs „Naked Lunch“, in dem ein Schriftsteller (Peter Weller) in seinen Phantasieprodukten in teils psychedelischer Weise aufgeht. Sein Film „Crash“ brachte Männer und Frauen mit Sex, Metall und Autounfällen zusammen, um den ultimativen erotischen Kick zu erreichen. Cronenbergs zwar distanzierte, aber gleichwohl explizite Darstellung von Sexualität und Verstümmelungen löste eine Zensurdebatte aus. Mit „eXistenZ“ drang er am Beispiel eines Computerspiels in Grenzbereiche vor, in denen sich menschliche Erfahrungen und virtuelle Existenz teils untrennbar miteinander vermischen und ein „neues Fleisch“ entsteht, das die Bio-Mechanik von Filmen wie „Matrix“ vorwegnahm.

Der Frage nach der menschlichen Identität widmete sich Cronenberg einmal mehr in „Spider“, der allerdings ohne die für ihn sonst üblichen Spezialeffekte auskommt: Die von Ralph Fiennes gespielte, nahezu katatonische Titelfigur haust in einem tristen Männerwohnheim und schreibt in ein Notizbuch jene Erinnerungsfäden nieder, die ihm bei Spaziergängen kommen und die sich zu einer bitteren Pointe verdichten. Ungleich geradliniger präsentierte sich Cronenberg mit dem an Gewaltausbrüchen reichen Rachethriller „A History of Violence„, in dem ein scheinbar harmloser Familienvater (Viggo Mortensen) von brutalen Verbrechern mit der Behauptung konfrontiert wird, er sei selbst ein Gangster gewesen, mit dem es noch Rechnungen zu begleichen gäbe.

Cronenberg trat gelegentlich als Darsteller auf, so in „Kopfüber in die Nacht“ oder „Die letzte Nacht“ seines Freundes Don McKellar, in dem er unmittelbar vor dem Weltuntergang erschossen wird.

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